2025- Das Jahr der Kötte
- Werler Kötte

- 30. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Wenn die Adventskalender vertilgt werden, Kerle ihre Wunschzettel für das Feuerwerk an Silvester niederschreiben, dann reiben sich Medienschaffende die schmierigen Pfoten. Endlich kommt die Zeit der Jahresrückblicke. Die machen wenig Arbeit und füllen die Lücken im Programm. Diesem alljährlich pünktlichen Zug springen wir natürlich auch auf.
2025 war ein aufgeregt aufregendes Jahr. Zeitweise erinnerte es an eine Achterbahnfahrt, die spannende Höhen und ernüchternde Tiefen bereithielt. Da wir hier aber weder gesamtgesellschaftlich noch zu persönlich werden möchten, beschränken wir uns auf eine kleine Zusammenschau der diesjährigen Veröffentlichungen. War doch mehr, als auf den ersten Blick zu erahnen war.

Alman Almanach
Anfang des Jahres weihten wir eine neue Kategorie ein, die blendend gleißendes Licht auf teutonische Tugenden, germanische Gepflogenheiten und deutsche Dingsbumsdinge werfen sollte. Unter anderem beschäftigten wir uns mit der Sprache der dichten Denker, die selbst von den Ureinwohnern nur rudimentär beherrscht wird. In einem gesonderten Artikel schlugen wir das Sprichwortbuch auf, weil wir für jede noch so skurrile Situation den passenden Sinnspruch parat haben. Natürlich durfte auch eine Auseinandersetzung mit dem guten deutschen Brot nicht fehlen, welches nicht nur von Rambozambo-Merz während unerfreulicher Auslandsaufenthalte sehnlich vermisst wird. Auch das flüssige Brot, sprich Bier wurde ausführlich ausgeschenkt, denn es ist für uns keine Droge oder Rauschmittel, sondern ein Grundnahrungsmittel. Abschließend kam unser Umgang mit Schildern auf das Tableau, denn sie bieten uns Orientierung und ersetzen das leidige Kommunizieren mit anderen Menschen. Unsere innige Liebe zu papiernen Produkten widmeten wir einen ausführlichen Text, wenngleich wir ihn lediglich digital zur Verfügung stellen konnten.
Werl
Werl blieb auch 2025 der rote Faden, wobei dieser zunehmend ausfranst. Die Köttenstadt erscheint zwar in keinem Clubführer (wird sowas überhaupt noch gedruckt?), dennoch wird uns hier immer wieder etwas geboten, wenngleich wir meist lieber zuhause auf dem durchgesessenen Sofa hocken, um uns berieseln zu lassen. Ist ja auch bequemer. Dennoch hatten wir mit Afrob und Lakman zwei Musiker zu Gast, deren Auftritte sich die gesamte Redaktion gegönnt hat.

Da wir gerne Kaffee und Cola saufen, statteten wir dem Café Dreiklang einen Besuch ab. Der Inklusionsbetrieb ist schon seit über 10 Jahren eine unserer Anlaufstellen, wenn der Koffeinhaushalt im kritischen Bereich ist. Kaffee und Cola gibt es auch bei Kochs (einfach Köttengedeck bestellen :D), wo wir uns gerne einfinden, um legale Wachmacher in unsere Kehle zu kippen. Wer keinen Bock auf Kaffee hat, wird dort mit köstlichem Eis versorgt.

In einem gesonderten Artikel befassten wir uns mit Anna Käse. Die Werke der Werler Künstlerin kann man im „Käseeck“ bestaunen. Das Schaufenster ist immer ein kurzes Innehalten wert, denn das Betrachten bringt Farbe, gute Laune und einen Hauch Hoffnung in den Alltag. Neben der Tatsache, dass sie ein beinahe zu netter Mensch ist, verfolgt Anna den Ansatz, das Kunst nicht etwas für die Besserverdienenden ist. Hier wird jeder fündig, und wenn es nur ein kleiner Anstecker mit hübschem Naturmotiv ist. Unbedingt mal reinschauen!

Da wir einen unverbindlichen Bildungsauftrag verfolgen, schlugen wir ein düsteres Kapitel unserer Köttenstadt auf und beschäftigten uns mit der Hexenverfolgung, die in Werl sehr eifrig betrieben wurde. Dabei wurde uns klar, dass wir unverändert vom Risiko betroffen sind, irrationale und menschenverachtende Entscheidungen zu treffen. Es ist eben kein Alleinstellungsmerkmal der Vergangenheit, Hass, Vorurteilen und Leid Vorschub zu leisten. Genug des Zeigefingers.
Im vorletzten Bericht über Werl befassten wir uns mit einem unschönen Thema, nämlich den zunehmenden Leerständen in der Fußgängerzone. Ausgang war die Insolvenz der Steinschen Buchhandlung, die ebenfalls in einem vor langer Zeit veröffentlichten Artikel gehuldigt wurde.
Kürzlich reisten wir nochmal in die Vergangenheit, als Frittierschwaden noch durch die Stadt waberten. Dank vieler Wortmeldungen und melancholisch eingefärbter Erinnerungen der Leserschaft konnten wir einige legendäre Frittenschmieden erwähnen und uns an den Köstlichkeiten erfreuen, die einst aus dem siedenden Fettbecken gehievt wurden.
Privat und so


Es geht nicht immer um Werl, denn das ist auf Dauer zu anstrengend für das Gemüt. Daher widmete ich einige Texte eher persönlichen Themen. Videospiele sind nicht nur schlimm und für den Untergang der Zivilisation verantwortlich, sondern auch eines meiner „Hobbys“, wenngleich ich nicht mehr die Zeitfenster der Jugend für die Beschäftigung mit der Thematik habe. Dennoch wurden Berichte über die mediale Bandbreite zusammengeschrieben. So wurden cineastische Aspekte beschrieben, die literarische Auseinandersetzung mit Videospielen erwähnt und auch die Rolle von Musik erläutert.

Ganz persönlich werde ich in der Kategorie „Aus dem Leben eines Köttenkindes“. Dort habe ich viel über meine Kindheit im Werler Norden niedergeschrieben. In diesem Jahr ist lediglich eine Erinnerungssammlung zu Onkel Philippe erschienen, der zwar nicht mehr unter den Lebenden weilt, aber großen Einfluss auf meine niederträchtige Persönlichkeit hatte.
Das wars so weit. Niemand weiß, was im kommenden Jahr auf uns zukommt und ich weiß nicht, was ich 2026 so auf die Website hochladen werde. Mutmaßlich wird es weniger werden, aber ganz sicher bin ich mir auch nicht. Unabhängig davon wünsche ich allen Interessierten, Bekannten und Freunden einen guten Rutsch ins neue Jahr. Man liest, sieht und hört sich.




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